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"Aktion Eichhörnchen" in Bad König

Im Stadtwald von Bad König gab es am 19. November eine stilechte Aktion Eichhörnchen, bei der durch Käferfraß entstandene Löcher im Fichtenbestand mit selbstgesammelten Eicheln und Bucheckern neu eingesät wurden. Aktionspate und Waldpädagoge Jürgen Maul schickte uns den folgenden, eindrucksvollen Bericht:

Los geht's...

Schon von weitem hören die beiden Förster des Forstamtes Michstadt die aufgeregte Unterhaltung der Klassen 2 A, B und C der Grundschule Bad König, die auf ihrem Weg von der Schule in den Wald sind. Revierleiter Uli Weiß und der Waldpädagoge Jürgen Maul erwarten die mit Schaufeln, Häckchen, Eimern und Tüten ausgerüsteten Kinder, die heute etwas ganz Besonderes vorhaben. Im Stadtwald Bad König soll nämlich in verschiedenen, durch Käferfraß an Fichten entstandenen Löchern neuer Wald gesät werden. Dafür müssen erst einmal Eicheln und Bucheckern gesammelt werden.

Wie funktioniert Wald?

Die beiden Förster begrüßen die Kinder und erklären Ihnen, wie Wald entstehen kann. Sie zeigen den Kindern durch das Eichhörnchenspiel, wie der schwere Samen z.B. von Eichen, Buchen, Nuß- oder Obstbäumen an weit vom Mutterbaum entfernte Orte gelangt und sich somit ein Baum oder der Wald weiter verbreiten kann. Das wollen die Kinder natürlich ausprobieren und suchen begeistert die zwischen Buchen und Kiefern verstreut wachsenden, geraden Eichen auf, die so dick sind, dass erst 5 Kinder gemeinsam einen Stamm umarmen können. Aber wo sind denn die ganzen Eicheln hin, die dieses Jahr so reichhaltig an den Bäumen hingen? Die Förster helfen mit bei der Suche und schließlich finden alle reichhaltig Eichenmast, die sich jetzt im November bereits unter einer dicken Blätterschicht versteckt hat. Schnell sind die Eimerchen und Tüten mit Eicheln und Bucheckern gefüllt, sogar ein paar Walnüsse waren zu finden.

Mit dem Planwagen zur Aussaat

Zu aller Überraschung ist inzwischen ein Schlepper vorgefahren und die Kinder fahren bequem im Planwagen sitzend durch den Wald. Ausgeruht erreichen Sie die Käferfraßlöcher in den Fichtenbeständen, wo sie heute eine neue Baumgeneration säen wollen. Jetzt ist es an den Kindern, die Arbeit der Eichhörnchen und Eichelhäher zu übernehmen. Förster Weiß und Förster Maul zeigen ihnen, wie sie die Eicheln in den Boden bringen können. Eifrig werden die gesammelten Früchte auf den mit den Schippchen freigelegten Oberboden verteilt und anschließend, wie am Fundort, vorsichtig wieder mit etwas Streu und Gras abgedeckt.

Viele Entdeckungen, viele Fragen

Nachdem alle Behältnisse leer und die Früchte erfolgreich in den Boden gebracht sind, bleibt noch etwas Zeit, das Gelände zu erkunden. Dabei finden die Schülerinnen und Schüler jede Menge Waldschätze, wie Rindenstücke mit Fraßgängen, bunte Pilze und Flechten an abgestorbenen Ästen, Löcher in den Wurzelstöcken und vieles mehr. Die Entdeckungen werden gemeinsam untersucht und die beiden Förster geben gerne ihr Wissen weiter und erzählen einiges über die Fundstücke.

Ein aufregender Ausflug geht zuende

Ein gelungener Waldtag ist natürlich nicht zu Ende, bevor nicht zum Abschluß noch einige Würstchen über dem Feuer gegrillt sind. Unser Schlepperfahrer, Herr Siegbert Frindt mit seiner Familie, hat heute diese Aufgabe übernommen und die Kinder (und natürlich auch die Eltern, Lehrerinnen und unsere Förster) stärken sich an dem reichhaltigen Grillgut. Zum Abschluß des gelungenen Vormittags bedanken sich die beiden Förster mit einem kleinen Lesebuch über den Wald bei jedem der Kinder.

Mit dem Versprechen, im nächsten Sommer alle gemeinsam wieder nach dem neuen Wald zu sehen, besteigen die Kinder den Planwagen. Das aufgeregte, begeisterte „Geschnatter“ wird langsam leiser und es legt sich wieder Stille über den Wald, der demnächst um einige Eichen, Buchen und Nußbäume reicher sein wird.



Na, dem bleibt einfach nichts hinzuzufügen... Wir danken herzlich für die wirklich gelungene Aktion Eichhörnchen und den tollen Bericht. Wir sind ebenso gespannt, was die Kinder bei ihrem nächsten Waldbesuch vorfinden werden!