"Aktion Eichhörnchen" in Bruchsal
Saatgutmangel auch in Bruchsal
"…hier in unserer Gegend herrscht derzeit Eichen-Saatgut-Mangel, … Der wirklich engagierte Förster hat mir nun als Alternative angeboten, obwohl auch er das Säen besser fände, dass er uns aus einer Schonung ganz junge Eichen (noch nicht gekappte Wurzeln) ausbuddeln könnte und wir die dann mit SchülerInnen an den gewünschten geschützten Ort pflanzen. Was meinst Du? Ich denke mal, dass pflanzen immer noch besser ist, als gar nichts zu tun, oder?"
Das schrieb uns die Hauptschul-Lehrerin und Mit-Utopistin Dagmar Kropp aus Bruchsal, und wir konnten ihr nur zustimmen. Zuvor hatte sie sich ausführlich nach allen Details einer Saataktion erkundigt, doch auch der engagierte Bruchsaler Förster Michael Durst, den sie leicht für ihre Aktionspläne hatte begeistern können, konnte nirgends einen brauchbaren Sammelgrund finden - Fehlanzeige auch hier, wie in weiten Teilen Deutschlands in diesem Jahr.
Müde, aber stolz! Siebtklässler pflanzten Wald.
Dagmar Kropp hat ganz wunderbar selbst über die Aktion mit ihrer Klasse 7a berichtet, weshalb wir sie hier sehr gern in Auszügen zu Wort kommen lassen wollen. Die kompletten Berichte findet man in ihrem Weblog auf Utopia.de und in der Utopia-Gruppe "Aktion Eichhörnchen".
"Ein dickes Dankeschön an alle, die die Daumen drückten. Das Wetter hätte nicht besser sein können. Als wir an der Konrad-Adenauer-Schule abmarschierten, war's noch lausig kalt, was auch die vereisten Scheiben der parkenden Autos bekundeten. Acht Mädchen, zehn Jungs am Start, die Kids anfangs mit hochgezogenen Schultern, Fließkapuzen überm Kopf, manche mit Schaltüchern als wärmendem Mundschutz, die ganz Coolen nur in dünnen Jogginganzügen, Baseball-Mützen und strahlend weißen Turnschuhen.
Unser Ziel lag unmittelbar an einem großen Baggersee. Kaum je hatte ich Schüler derart beeindruckt staunen sehen, beeindruckt vom Anblick eines Fleckens Natur: Als wir kurz vor neun Uhr den See erreichten, waberte über diesem noch eine dichte, laut Kids "dampfende" Nebelschicht, die in diesen Augenblicken hie und da aufriss, die Sonne schob sich gerade über die angrenzenden Hügel und tauchte eine perfekt formiert und friedlich dahinziehende Entenschar in ein zauberhaftes Morgenlicht. Erstaunlich viele der Jugendlichen blieben völlig fasziniert stehen und konnten sich nicht sattsehen! Hej! Wow!
Herr Michael Durst, seines Zeichens Förster, desgleichen Thomas, Student der Forstwirtschaft und ein Junge einer Förderschule, der derzeit ein Praktikum zur Berufsorientierung absolviert, begrüßten uns herzlich und nach einigen wenigen Erläuterungen zur Besonderheit des Geländes wie auch unseres Vorhabens und anschaulicher Demonstration des Baumpflanzens durch Herrn Durst lernten wir die Wiedehopfhacke und den Hohlspaten als auch deren Handhabung kennen, streiften sich alle SchülerInnen Gartenhandschuhe über, die ich einem Gartencenter abgeschwatzt hatte, spuckten in die Hände, verteilten sich die 9 Zweierteams (in der Regel ein Mädchen, ein Junge) auf der wirklich weitläufigen Pflanzfläche und legten mit Feuereifer und mittlerweile strahlendem Sonnenschein los.
Wir schafften es, tatsächlich die 200 kniehohen, jungen Bäumchen, ein paar Buchen und überwiegend Eichen an ihren endgültigen Lebensstandort zu setzen und hoffen nun, sie mögen im Frühjahr neue Wurzeln schlagen und erneut austreiben.
Abschließend wurde noch eine letzte Eiche gepflanzt, neben der unser Schild ("Wir tun etwas fürs Klima") zu stehen kam, machten wir ein paar Erinnerungsfotos, bedankten uns und begaben uns auf den langen Fußmarsch zurück zur Schule, wo das Mittagessen, wie jeden Tag in einer Ganztagsschule, auf uns wartete. Alle waren wir stolz, aber ziemlich müde und erstmal nicht mehr ganz so gesprächig! Die Schuhe aber, die sprachen Bände!"
- Klasse 7a, Konrad-Adenauer-Schule -
Wir beglückwünschen Dagmar Kropp ganz besonders zu ihrer Aktion. Sie hat es tatsächlich geschafft, ihre 7. Klasse mächtig zu motivieren und trotz aller Probleme eine tolle Aktion auf die Beine zu stellen!
